2010-03-24
2010-03-17
Super size me!
Schon eine Weile ist es her, da habe ich eine Software käuflich erworben. Unerwarteterweise war die Version auf CD aus dem Webshop billiger als der Download beim Hersteller. Und es war auch billiger, die CD heim schicken zu lassen, als sie im Laden zu kaufen.
Nun ist Verpackung ja ein Marketinginstrument. Die von der Softwarefirma drücken einem nicht einfach eine poplige CD in die Hand, nein, sondern sie legen selbige in eine etwas gross dimensionierte Schachtel -- um das Kauferlebnis zu steigern, und damit man auch was Rechtes in der Hand halten kann (auch wenn das dann vor allem viel Luft mit ein bisschen CD ist).
Und die Mitarbeiter des Webshops haben diesen Gedanken schliesslich noch weiter getrieben (und imho etwas über die Stränge geschlagen). Wohl deshalb, weil sie gedacht haben, die Zustellfirma würde sich sicher weigern, wegen einer popligen CD bis an den Rand der Schweiz zu fahren...
2010-03-15
Habla español?
Es begab sich, dass die Mutter der baLAPi (stolze Besitzerin zweier Mobiltelefone: für jedes Land eines) sehr zu Recht ein bisschen über die offensichtlichen Schwächen ihres Zweithandys beklagte: Der Bildschirm sei zu klein, darauf erkenne man ja den Enkel gar nicht richtig. Zudem müsse sie es jeden Tag laden -- gar nichts mehr halte diese altersschwache Batterie aus! Da musste ich beipflichten, denn schliesslich handelte es sich um mein Ex-Handy aus dem Jahre 2004 (eigentlich ein Wunder, dass das immer noch lief)! Ob ich denn nicht mal ein neues wolle, worauf sie das jetzige erben könne?
Das kam mir gelegen, denn so hatte ich eine Ausrede, mir von der Telekom-Firma, die mit meinem Geld Twin Towers gebaut hat, ein neues Telefon zu schenken zu lassen. Ich wollte nur den mobiltelefonischen Status quo erhalten, mit ein bisschen weniger Hirnmikrowellisierung, etwas kleinerer Grösse und einem etwas grösseren Bildschirm. Das fand ich, bestellte ich, und schon am nächsten Tag lag es in meinem Briefkasten!
Das Einrichten klappte wie am Schnürchen (ausser den E-Mails, die es bis zum heutigen Tag nicht verschicken will), und so machte ich mich daran, die Daten vom alten zu löschen. Ich löschte und löschte, und weil das etwas kompliziert war, hängte ich es an den PC und spielte einfach schnell die Software neu drauf, um es in den Auslieferungszustand zu versetzen (das hatte ich ja schon mal gemacht).
Der Fortschrittsbalken entwickelte sich langsam, aber durchaus vielversprechend, bis irgendwann nur noch 12% oder 7 Minuten übrig blieben. Aber dabei blieb es. Dann ging nichts mehr: abbrechen nicht, neu starten nicht, ausstöpseln und wieder einstöpseln nicht. Nichts. Es tat jetzt keinen Wank mehr. Reagierte nicht auf einschalten, nicht auf aufladen, nicht auf GABI oder ABC. Lag tot da. Etwas googeln ergab eine Tastenkombination, mit der angeblich jedes Nokia von den Toten erweckt werden könne. Ich verstauchte mir daran den kleinen Finger, aber es regte sich -- nix.
Die von Nokia Service Centers lagen überall in der CH verstreut, aber keines auch nur annähernd in der Nähe. Also machte ich mich in meiner Verzweiflung auf in den nächsten Shop der aufgehenden Sonne. Der Jüngling hörte mir geduldig zu und sagte mir mit mitleidigem Gesicht, er könne das schon einschicken, aber das ginge immer so lange und das sei dann immer so teuer. Dann setzte er einen konspirativen Blick auf und meinte, aber ein Kollege repariere ALLE Natels in nur 1 Stunde, und das sei super. Ich solle doch mal bei dem seinem Shop vorbeigehen.
Der Shop existierte tatsächlich, und dem Kollegen seine Homies verliessen sogar anständigerweise das Lokal (wo praktischwerweise auch grad noch ein Solarium untergebracht ist), als ich es mit meiner Familie im Schlepptau betrat. Der Kollege schaute sich den Klumpen toten Elektroschrott nachdenklich an, dann schaute er mich an, und sagte, ah, was, Software? Hm, wir machen eigentlich nur Hardware. Aber kein Problem, ich schicke es an den Kollegen in die Stadt an der Limmat (die mit dem See, nicht die mit den Bädern). Ich liess mich auch nicht von den hundertfüfzg Stüde abhalten, die der erste Kollege mir veranschlagte (ich meine, schliesslich werden mit so einer Reparatur extreeem Ressourcen geschont -- zumal hier nur einer mit der richtigen Software das Handy einstecken und einen Knopf drücken muss -- und was sind schon lächerliche hundertfüfzg Stüde wenns ums Weltklima geht, oder?), und schlug in den Deal ein.
Anderthalb Wochen später war es wieder da: Der Lebensatem war ihm eingehaucht worden, und auf seine Auferstehung gab es sogar drei Monate Garantie! Zuhause setze ich gespannt die SIM-Karte von baLAPis Mutter ein. Es startete. Und da war kein SIM-Lock, kein Nichterkennen, keine Probleme. Zur allgemeinen Freude ging alles wie am Schnürchen. Endlich kam alles gut! Ich war stolz darauf, die Umwelt geschont, Elektroabfall gespart und -- die Hauptsache der Aktion -- der Mutter der baLAPi das Leben etwas erleichtert zu haben! Jetzt nur noch schnell die Sprache um stellen und hopp -- English...Deutsch...Türkce...Srpski...Magyar...Hrvatski...Slovenščina -- Spanisch? SPANISCH?!?
Seither sitze ich also auf einem neuen Telefon, mit dem ich nicht wirklich zufrieden bin (das ich dann aber doch für mich behalten wollte, so bin ich dann), und einem reparierten Telefon (anscheinend einer Balkanversion), das baLAPis Mutter nicht brauchen kann, weil es kein Spanisch spricht. Und wollen tu ich eins, das anständig surfen (weil ich daheim nicht auch noch unbedingt einen PC anwerfen will um zB schnell die Öffnungszeiten vom Coop nachzuschauen) und mailen (denn den Zugriff auf Webmails aller Art hat die Farmafirma wieder verboten) kann, aber davon bin ich 11 Monate oder einen rechten Batzen Geld entfernt.
Das kam mir gelegen, denn so hatte ich eine Ausrede, mir von der Telekom-Firma, die mit meinem Geld Twin Towers gebaut hat, ein neues Telefon zu schenken zu lassen. Ich wollte nur den mobiltelefonischen Status quo erhalten, mit ein bisschen weniger Hirnmikrowellisierung, etwas kleinerer Grösse und einem etwas grösseren Bildschirm. Das fand ich, bestellte ich, und schon am nächsten Tag lag es in meinem Briefkasten!
Das Einrichten klappte wie am Schnürchen (ausser den E-Mails, die es bis zum heutigen Tag nicht verschicken will), und so machte ich mich daran, die Daten vom alten zu löschen. Ich löschte und löschte, und weil das etwas kompliziert war, hängte ich es an den PC und spielte einfach schnell die Software neu drauf, um es in den Auslieferungszustand zu versetzen (das hatte ich ja schon mal gemacht).
Der Fortschrittsbalken entwickelte sich langsam, aber durchaus vielversprechend, bis irgendwann nur noch 12% oder 7 Minuten übrig blieben. Aber dabei blieb es. Dann ging nichts mehr: abbrechen nicht, neu starten nicht, ausstöpseln und wieder einstöpseln nicht. Nichts. Es tat jetzt keinen Wank mehr. Reagierte nicht auf einschalten, nicht auf aufladen, nicht auf GABI oder ABC. Lag tot da. Etwas googeln ergab eine Tastenkombination, mit der angeblich jedes Nokia von den Toten erweckt werden könne. Ich verstauchte mir daran den kleinen Finger, aber es regte sich -- nix.
Die von Nokia Service Centers lagen überall in der CH verstreut, aber keines auch nur annähernd in der Nähe. Also machte ich mich in meiner Verzweiflung auf in den nächsten Shop der aufgehenden Sonne. Der Jüngling hörte mir geduldig zu und sagte mir mit mitleidigem Gesicht, er könne das schon einschicken, aber das ginge immer so lange und das sei dann immer so teuer. Dann setzte er einen konspirativen Blick auf und meinte, aber ein Kollege repariere ALLE Natels in nur 1 Stunde, und das sei super. Ich solle doch mal bei dem seinem Shop vorbeigehen.
Der Shop existierte tatsächlich, und dem Kollegen seine Homies verliessen sogar anständigerweise das Lokal (wo praktischwerweise auch grad noch ein Solarium untergebracht ist), als ich es mit meiner Familie im Schlepptau betrat. Der Kollege schaute sich den Klumpen toten Elektroschrott nachdenklich an, dann schaute er mich an, und sagte, ah, was, Software? Hm, wir machen eigentlich nur Hardware. Aber kein Problem, ich schicke es an den Kollegen in die Stadt an der Limmat (die mit dem See, nicht die mit den Bädern). Ich liess mich auch nicht von den hundertfüfzg Stüde abhalten, die der erste Kollege mir veranschlagte (ich meine, schliesslich werden mit so einer Reparatur extreeem Ressourcen geschont -- zumal hier nur einer mit der richtigen Software das Handy einstecken und einen Knopf drücken muss -- und was sind schon lächerliche hundertfüfzg Stüde wenns ums Weltklima geht, oder?), und schlug in den Deal ein.
Anderthalb Wochen später war es wieder da: Der Lebensatem war ihm eingehaucht worden, und auf seine Auferstehung gab es sogar drei Monate Garantie! Zuhause setze ich gespannt die SIM-Karte von baLAPis Mutter ein. Es startete. Und da war kein SIM-Lock, kein Nichterkennen, keine Probleme. Zur allgemeinen Freude ging alles wie am Schnürchen. Endlich kam alles gut! Ich war stolz darauf, die Umwelt geschont, Elektroabfall gespart und -- die Hauptsache der Aktion -- der Mutter der baLAPi das Leben etwas erleichtert zu haben! Jetzt nur noch schnell die Sprache um stellen und hopp -- English...Deutsch...Türkce...Srpski...Magyar...Hrvatski...Slovenščina -- Spanisch? SPANISCH?!?
Seither sitze ich also auf einem neuen Telefon, mit dem ich nicht wirklich zufrieden bin (das ich dann aber doch für mich behalten wollte, so bin ich dann), und einem reparierten Telefon (anscheinend einer Balkanversion), das baLAPis Mutter nicht brauchen kann, weil es kein Spanisch spricht. Und wollen tu ich eins, das anständig surfen (weil ich daheim nicht auch noch unbedingt einen PC anwerfen will um zB schnell die Öffnungszeiten vom Coop nachzuschauen) und mailen (denn den Zugriff auf Webmails aller Art hat die Farmafirma wieder verboten) kann, aber davon bin ich 11 Monate oder einen rechten Batzen Geld entfernt.
2010-02-15
2010-02-05
Neulich, im Tram
Gestärkt von Kaffee und Gomfibrötli machte ich mich heute Morgen auf den Weg zur Arbeit, stieg ins Tram und dachte nichts Böses.
Unbedarft liess ich meinen Blick schweifen, der jedoch plötzlich wie angewurzelt haften blieb, denn ich sah: Eine Frau, gedankenversunken ihr Minipic kauend. Minipic. Sie erinnern sich: Das ist die berüchtigte Kombination aus "Fleisch vom Rindsstotzen [...] zusammen mit ausgewählten Gewürzen und [...] hochwertigem Speck" (hier nachzulesen). Obwohl Minipic anscheinend "[b]esonders beliebt ist [...] bei Auto- und Radfahrern, Wanderern – und natürlich bei Kindern", konnte ich -- selber ein bekennender Wurstliebhaber -- mich in diesem Moment so gar nicht dafür erwärmen.
Ich versuchte, eine rationale Erklärung zu finden. Vielleicht arbeitete die Gute ja auch auf dem Bau und hatte morgens um 8:30 schon Mittagspause (aber warum würde sie ihre Mittagspause im Tram machen?), oder vielleicht war sie gerade fertig mit ihrer Nachtschicht und stimmte sich auf dem Nachhauseweg auf ihren Znacht ein, aber irgendwie sah sie nach beidem so gar nicht aus.
Mich sonst ja immer und fast mantramässig über die schweizerbünzlige Kleinkariertheit beklagend, hätte ich mich heute ganz gegen meine Überzeugungen über eine gnadenlose Durchsetzung des allgemeinen und absolut unantastbaren Ess- und Trinkverbots in den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gefreut, und hätte bei einem Haar angefangen, lautstark GIU-LI-ANI! zu skandieren. Glücklicherweise stand ich ausserhalb der würstlichen Duftweite, sonst hätte ich -- ja, was hätte ich? Ich weiss nicht. Aber ich schätzte mich glücklich im Unglück.
Dann, umsteigen -- ah, frische Luft. Die drohende Kontamination meines Bulbus olfactorius durch den geruchlichen Fall-out von Rindsstotzen und Co. sass mir noch in den Knochen. Doch was trat dann in mein Gesichtsfeld? Ein Mann, einen Energiedrink schlürfend, die Duftwolke haarscharf an mir vorbeischrammend.
Bei beiden Individuen handelte es sich weder um deutsche Professoren noch um Burkaträgerinnen, und sie führten, soweit ich das beurteilen konnte, auch kein Minarett mit sich. Aber ich war trotzdem dagegen. Vielleicht sollte ich eine Initiative lancieren.

Unbedarft liess ich meinen Blick schweifen, der jedoch plötzlich wie angewurzelt haften blieb, denn ich sah: Eine Frau, gedankenversunken ihr Minipic kauend. Minipic. Sie erinnern sich: Das ist die berüchtigte Kombination aus "Fleisch vom Rindsstotzen [...] zusammen mit ausgewählten Gewürzen und [...] hochwertigem Speck" (hier nachzulesen). Obwohl Minipic anscheinend "[b]esonders beliebt ist [...] bei Auto- und Radfahrern, Wanderern – und natürlich bei Kindern", konnte ich -- selber ein bekennender Wurstliebhaber -- mich in diesem Moment so gar nicht dafür erwärmen.
Ich versuchte, eine rationale Erklärung zu finden. Vielleicht arbeitete die Gute ja auch auf dem Bau und hatte morgens um 8:30 schon Mittagspause (aber warum würde sie ihre Mittagspause im Tram machen?), oder vielleicht war sie gerade fertig mit ihrer Nachtschicht und stimmte sich auf dem Nachhauseweg auf ihren Znacht ein, aber irgendwie sah sie nach beidem so gar nicht aus.
Mich sonst ja immer und fast mantramässig über die schweizerbünzlige Kleinkariertheit beklagend, hätte ich mich heute ganz gegen meine Überzeugungen über eine gnadenlose Durchsetzung des allgemeinen und absolut unantastbaren Ess- und Trinkverbots in den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gefreut, und hätte bei einem Haar angefangen, lautstark GIU-LI-ANI! zu skandieren. Glücklicherweise stand ich ausserhalb der würstlichen Duftweite, sonst hätte ich -- ja, was hätte ich? Ich weiss nicht. Aber ich schätzte mich glücklich im Unglück.
Dann, umsteigen -- ah, frische Luft. Die drohende Kontamination meines Bulbus olfactorius durch den geruchlichen Fall-out von Rindsstotzen und Co. sass mir noch in den Knochen. Doch was trat dann in mein Gesichtsfeld? Ein Mann, einen Energiedrink schlürfend, die Duftwolke haarscharf an mir vorbeischrammend.
HA! Ein Klassiker. Das konnte mich jetzt nun wirklich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Dafür war die Erinnerung an die Pökelwurst noch zu frisch. Ich triumphierte innerlich! Bis der Typ etwas aus dem Mantel hervorholte und sich anschickte, einen grossen Bissen von seinem Schoggistängeli zu nehmen. Schoggi und Energiedrink: Das war zuviel. Mein Nervenkostüm fiel in sich zusammen, mein Magen drehte sich, und ich rannte. Rannte, um zu vergessen, rannte, um mich in Sicherheit zu bringen, um mich im Büro zu verkriechen und an einem Röhrchen Vitamintabletten zu schnüffeln.
Bei beiden Individuen handelte es sich weder um deutsche Professoren noch um Burkaträgerinnen, und sie führten, soweit ich das beurteilen konnte, auch kein Minarett mit sich. Aber ich war trotzdem dagegen. Vielleicht sollte ich eine Initiative lancieren.
2010-01-30
2010-01-14
2010-01-09
2010-01-06
2010-01-03
2010-01-01
Bombenstimmung und Jamasecco
2009-12-31
2009-12-29
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